Bouldern und Klettern ist zum Massenphänomen geworden. Immer mehr Menschen begeistern sich, wie ich finde zu Recht für den Sport. Die Schwelle mit dem Klettern und / oder Bouldern zu beginnen wird, dank der neuen Hallen, immer niedriger. War die Kletterhalle früher noch ein dunkler Ort, sind sie heute hell, freundlich und ein Treffpunkt um gemeinsame Zeit zu verbringen. Doch weshalb steigt die Faszination für den Sport? Was bewegt Sportler dazu, mit dem Training zu beginnen?

Ich möchte diesem Phänomen etwas näher kommen. Vom Spontanen bis Ambitionierten soll jeder zu Wort kommen. 


Heute im Interview: Dirk aka DerAlte

 

Name

Dirk P.

Alter

51

Wann hast du mit dem Klettern / Bouldern begonnen?

1991

 

 

Warum Klettern /Bouldern?

Mich begeistert einfach die Komplexität dieses Sportes. Alle Muskeln werden gefordert, aber auch mental muss man dabei sein, wenn einem schwierigere “Dinge” gelingen sollen.
Draussen begeistert mich als Oldschooler nach wie vor mehr das Seilklettern, weil ich lieber in imposanten Wänden als an kurzen

Haardt 2

Haardt 2

Quacken unterwegs bin. Zudem gehe ich nach wie vor am Seil mehr an meine Grenzen und kann eher meine Ausdauer- und Vorstiegsqualitäten ausspielen.
Indoor gehe ich fast nur noch Bouldern. War in meinen Kletteranfängen Bouldern reiner Trainingszweck fürs Klettern, so ist es jetzt eine eigene Spielart des Kletterns. Hier schätze ich sehr den kommunikativen Charakter, der beim Seilklettern ja nicht so gegeben ist.
Andere Sportarten betreibe ich einfach aus Zeitgründen nicht. Vor der Familie war ich zusätzlich begeisterter Radfahrer.

 

Wo trainierst du?

Boulderwelt, Dynochrom, Studio Bloc, vor Kletterurlauben auch gelegentlich die KletterBar in Offenach

Wie oft trainierst du in der Woche?

3

Wofür trainierst du?

Da ich eigentlich so gut wie nie projektiere, ist mein Trainingsziel ein hohes On sight-Niveau für Draußen. Mit Familie am Fels hast du nicht viel Zeit für schwere Touren. Also sollte eine Tour spätestens im zweiten Go oder eben garnicht abgehackt werden.Beitragsbild
Meistens trainiere ich daher etwas intensiver vor Kletterurlauben. Wirklich zielorientiert im Sinne des Erreichens eines Grades bin ich eher nicht. Das läuft im Sinne “Schön wärs, wenn nicht, auch nicht schlimm”.
Natürlich freue ich mich trotzdem, wenn Touren im neunten Grad oder Boulder ab 7a fb laufen. Das hat schon was von Selbsbestätigung. Wobei sich der Kick des Punktens nach so vielen Kletterjahren relativiert. Zugeben muss ich natürlich auch, das es mich schon freut, mit dem ein oder anderen Youngster mithalten zu können;-)

 

Wie sieht dein Trainingsplan aus?

Theoretisch sehr konkret, praktisch kommt es immer anders. Aus kommunikativen Gründen geht man doch eher immer mit den Anderen bouldern/klettern, als einen Trainingsplan zu verfolgen.
Oft nehme ich mir vor, am Campus- oder Fingerboard 1x die Woche spezifisches Krafttraining zu machen, um hier meine Maxkraftdefizite auszumerzen. Aber nach dem Job bin ich selten so konsequent, um an meinen Schwächen zu arbeiten. Da geht häufig Spass vor. 

 

Betreibst du noch andere Sportarten?

Ja

Welche?

Ausgleichstraining bei Kieser

 

Hattest du schon einmal eine Verletzung?

Ja

Welche?

Eine Zerrung in der Schulter

 

Bist du auch am Fels unterwegs?

Ja

Lieblingsgebiete?

Oltre Finale, Gegend um Briancon

Wo möchtest du gerne einmal hin?

Überall, wo ich noch nicht war

 

Wenn du noch einmal an die Anfangszeit denkst: Was würdest du anders machen?

Eingentlich nichts, wir hatten meistens viel Spass beim Klettern, vielleicht vor den Kindern noch ein paar Fernziele an Klettergebieten besucht. Vielleicht hätte man mit den Indoormöglichkeiten von heute mehr trainiert, aber eigentlich müßig, sich darüber Gedanken zu machen

 

Weitere Profile

zu alt dafür ;-)

Was du sonst schon immer mal sagen wolltest.

Schön, dass es diesen Sport gibt, schön das es die vielen Menschen gibt, mit denen ich diesen Sport betreiben kann. Mit denen ich Spass habe, Genußtouren zu klettern, die mich in den Hintern treten, wenn ich rumpienze, mich aus der Komfortzone locken, aber hinterher auch locker genug für ein Bierechen oder eine nette Kochsession sind.


Vielen Dank für das Interview.

Grüße,

Martin