Wie immer nach 5 Tagen der Arbeit, beginnt das Wochenende. Mittlerweile brauchen wir uns schon nicht mehr zu fragen was wir machen werden. Die entscheidende Frage lautete die letzten Wochen immer: Wohin? Für das 4. Aprilwochenende hatten wir Schrießheim ausgesucht. Gesagt getan. Um 10 Uhr trafen wir uns und es ging auf die 70 km Fahrt nach Schrießheim. Eigentlich ist die Autofahrt in ein Klettergebiet die gefährlicher Angelegenheit. Viele Autos wollen schnell an ihr Ziel, Gefahrenbremsungen sind an der Tagesordnung. Nachdem wir dann einen Parkplatz gefunden hatten und die ein oder andere von ihrer Pinkelodysee, nach gefühlten 5 Stunden mit unzähligen Schrammen wiederkam, konnte wir dann auch schon den beschwerlichen Fußmarsch in Richtung Klettergebiet starten.

Dort angekommen orientierten wir uns sehr schnell. Die Sektoren sind sehr einfach auf 4 Ebenen verteilt. Zu jeder Ebene führt ein sogenannter “Klettersteig”. Naja, wers brauch. Ich nenne es steiler Wanderweg ;) Im untersten Sektor haben wir auch gleich eine Gruppe von 10 Mann entdeckt, bei der wir dachten, die machen einen Kletterkurs. Dem war leider nicht so, wie wir feststellen mussten. Ich fand es von Anfang an schon sehr lustig das die Gruppe Bauhelme trug :)

Die ersten 2 Wege die wie immer unser geliebter Vorsteiger absolvierte waren zu ende und wir bemerkten das der angebliche Kletterkurs nur am abseilen war. Was soll das? Naja, mir tun sie nicht weh, also warum nicht. Was aber nach einer Stunde folgte fand ich dann nicht so lustig. Wie es eben in einem Steinbruch üblich ist, gibt es viel loses Gestein. Das ist vor allem an den Ausstiegen so, da diese eben oder nur leicht geneigt sind. Wenn man also oben aussteigt, sollte man vorsichtig und rücksichtsvoll zum Umlenker gehen. Es ist immer unangenehm wenn man dennoch einen Stein lostritt. Wenn man aber ständig nur abseilt und somit das Seil im Dreck schleift und die Steine löst, dann fallen diese irgendwann runter. Noch besser ist es wenn viele Leute auf das Abseilen warten und gemeinschaftlich die Steine runter treten. Das finde ich echt klasse!!!

Schrießheim scheint ein Paradies für Idioten zu sein. Es gibt doch tatsächlich Zeitgenossen die mit einem 15 Meter Seil eine 12 Meter Wand toprope klettern wollen. Wenn sie merken, dass ihr Seil einfach zu kurz ist dann wird nicht etwa Abgebrochen, Nein, dann geht man einfach hoch, lässt seine 2 blutigen Anfänger am Einstieg stehen und sichert von oben. Sehr schön finde ich, dass die beiden Anfänger weder einen Knoten zustande bringen, noch die Kommandos beherrschen. Sinngemäß sagte der “Vorsteiger” dann:”Da unten stehen doch genügend Leute, die binden euch schon ein, fragt einfach mal.”

Aber wer sagt, dass das alles war! Nein, doch nicht in Schrießheim. Als die erste der Anfängerinnen etwa 4 Meter in der Wand war, dachte sich ein Zeitgenosse, er steigt dann auch mal ein. IN DEN SELBEN WEG! Bitte, nein, das kann jetzt nicht wahr sein? Die Seile kreuzten sich dann mehrmals und die Nachsteigerin wurde natürlich auch überholt! Tolle Sache. Was sind das bloß für Zustände?

In einem Gespräch der beiden Anfängerinnen bekam ich dann auch ihre Intension mit. Sie möchten dieses Sport doch gerne weiter betreiben. Nicht schlecht im ersten Augenblick, dachte ich. Sie meinten dann aber beide, dass der Sport doch recht teuer ist. Man bräuchte ja auch ein Seil. What?, als Anfänger?, Na klar und am besten direkt 30 Klemmkeile, 15 Friends und 20 Expressen. JAWOLL.

In diesem Sinne, wenn wir es nicht schaffen uns umzubringen, schaffen es die anderen.

Na dann, HOCH lebe Schrießheim…

p.s.: Die gleichen Dinge erleben wir überall! Wer bringt den Leute bitte das Klettern bei! Es fehlt jegliche Erfahrung. Na das kann ja heiter werden.

Viel Spaß,
Martin