001. Leonidio - StrandKlettern – Leonidio

Ooops, I did it again

Eigentlich könnte ich den zweiten Leonidiobericht wie den ersten starten. Wieder gab es Großeltern und wieder Überstunden zum abbauen. Doch diesmal ist aus dem Paarurlaub ein Doppelpaarurlaub geworden. Und Paar Nummer zwei hat bei der Zielefindungsphase gleich bei Leonidio Stopp gesagt. Zu Viert haben wir ein Appartement gebucht und auf den Hotelkomfort verzichtet.

Aber ein bißchen Paar musste dann doch sein;  ich habe mit Simone die Anreise verkürzt und einen Stoppover in Nafplio (halber Weg von Athen nach 002. LeonidioLeonidio) eingeplant. Nafplio war mal ganz kurz Hauptstadt in Griechenland, liegt nett am Meer, ist recht touristisch und hat quasi an der Strandpromendade schon Kletterfelsen.

Um es kurz zu machen: Man kann hier nett bummeln und Essen gehen, aber die Felsen direkt bei Nafplio sind im Vergleich zu Leonidio eher unlohnend. Es gibt einen ganz nett aufgemachten Argolis-Führer für hier und das Hinterland, der wohl hauptsächlich für Kletterer bis in den 6. Franzosengrad interessant sein dürfte.

Olli und Alba, Paar Nummer zwei, trafen wir dann in Leonidio am ersten Klettertag dort an der Berliner Mauer. Die Wand bietet in seinen rechten Teil lange Touren im Bereich 6a/b, bei denen eher “Säft in de Wörscht” als Technik gefragt ist. Der Fels sieht aus, als würde er gleich zusammenfallen, war aber in den gemachten Touren sehr fest. Links am Fels ist es kurz, steil und nach ein paar Zügen ist der Drops gelutscht. Der” gemeine” Boulderer hat hier in einer 7a wahrscheinlich weniger Probleme mit dem Durchstieg als in einer ausdauernden 6a rechts.

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003. LeonidioAm nächsten Tag ging es in den Sektor TwinCaves, der fest in koreanischer Hand war. Da die Gruppe aber ihre Projekte auf die halbe Wand verteilte, war immer irgendwo was frei. Wir konnten dann von den bereits hängenden Exen profitieren. Interessant war hier zu beobachten, wie die vielen Kletterer am Fels mit Sintern umgehen. Während die einen mit den dreidimensionalen Strukturen wenig anzufangen wissen, ruhen sich die anderen mit diversen Klemmern und Rastpositionen quasi die Touren hoch. Insgesamt ist TwinCaves ein lohnendes Ziel von Leicht bis schwer.

Was wären Kletterurlaube ohne Gebietsdiskussionen. Nach einigem hin und her einigten wir uns für den dritten Tag in Leonidio auf ein neues, im Kletterführer nicht enthaltenes Gebiet: Sabaton. Es liegt direkt über der Küstenstrasse, hat einen kurzen Zustieg, ist fast immer im Schatten und hat Touren bis 20 Meter. Der erste Eindruck am Fels ist nicht ganz so dolle, aber ich persönlich fand die Kletterei an der leicht überhangenden Kalksandstein(?!)wand super. Toller Grip, tolle Moves und toller Blick aufs Meer. Wer etwas Sonne wünscht, kann sich ein paar Meter weg vom Fels auch immer wieder aufwärmen, bevor man zurück im Schatten klettern kann. Der Schwerpunkt der ca. 50 Touren liegt hier im Bereich 6b – 7b. Eine Routenliste ist auf der Seite leonidio.climb abzurufen.

Am Tag 4 wählten wir mit “maison du chevres” ein Sonnengebiet mit einigen leichten Touren und dann härteren Anstiegen zum Auschecken. Aufgrund 006. Leonidioder Hitze blieb s bei den leichteren Touren. Nach einer Siesta wechselten wir zum Kloster St. Nicolas. Nach etwas abenteuerlicher Zufahrt konnten wir hier am Nachmittag Touren im Schatten klettern. Kleine Episode am Rande: Während uns eine spanische Topkletterin in einer frankenjuraähnlichen Powertour mehr als deutlichst unsere Grenzen zeigte, konnten wir in der benachbarten Technik- und Bewegungsroute im Gegensatz zu ihr flashen. Erfahrung ist doch was wert ;-)

Der Sektor Mars mit seinen Sinterstrukturen ist ja einer der begehrtesten Sektoren in Leonidio. Da Olli ihn noch nicht kannte, fiel unsere Wahl am 5. Tag auf diesen Sektor. Während Simone und ich uns im auf halbem Weg liegenden Sektor Nemaste warm kletterten, lief gefühlt eine Seilschaft nach der Nächsten an uns vorbei. Auch aufgrund der Beschreibung von anderen Kletterern ob der kletterhallenähnlichen Zustände dort ließen wir Alba und Olli ziehen und verlegten nach dem Aufwärmen erneut nach Sabaton und anschließend ins Restaurant am Meer.

007. LeonidioKröhnender Abschluss der Woche bildete der Sektor King of Throns mit dem davor liegenden Sektor Dornröschen. Dornröschen bietet lange Platten, King of Thrones auch ein paar härtere steile Anstiege. Hier bleibt allerdings der linke Sektor mit den Touren im franz. 7er Grad lange nass.

Alles in allem hatten wir auch diesmal wieder einen schönen Kletterurlaub dort. Verglichen mit dem Vorjahr ist es allerdings deutlich voller geworden. In den Restaurants wurde die Hand und Fuß-Sprache abgelöst durch Englisch und der verschlafene Ort wird internationaler. Ein Geheimtip ist Leonidio längst nicht mehr.

Wer will , kann natürlich auch weiter ziehen in das ca 1,5 Stunden entfernte Kyparissi, dort entsteht angeblich ein weiteres Eldorado. Insbesondere die Sintersektoren sollen außergewöhnlich sein. Da uns jedoch berichtet wurde, dass die alle noch nass sind , haben wir auf einen Abstecher verzichtet.

Grüße,

DerAlte 

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About the Author: DerAlte

Klettert seit 1990.

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