Wer in Norwegen wandern gehen will, befindet sich im Paradies. Die Berge sind zwar nicht sehr hoch, aber die Ursprünglichkeit und das Verständnis der Norweger von Wandern ist beeindruckend. So findet man keine Brücken um Bäche zu überqueren, keine Holzbohlen um Moore zu passieren und erst recht keine künstlich angelegten Stufen um Höhe zu gewinnen. Das macht Wandern in Norwegen zu einem echten Abenteuer. 

Es gibt jedoch 2 Touren im südlichen Norwegen, die wohl jeder mal gemacht haben muss, oder gerne machen möchte Und weil wir von den einsamen Wanderungen so fasziniert waren, konnten wir uns nicht ausmalen, was wir dann am Preikestolen erleben “durften”.
An der Schranke! zum Parkplatz hätten wir das erste Mal hellhörig werden müssen. Auf dem Hinweisschild stand groß 100 NOK.Gut, das wird bestimmt schon einen großen Teil derer abschreckt haben, die diese Tour ebenfalls gehen wollten.
 
 
Die letzten Regentropfen abgewartet und schon ging es los.Und wie das nun mal so ist, kann es bei einer “Wanderung” auch mal vorkommen, dass man auf Toilette muss. Sollte man in einer einsamen Gegend unterwegs sein, ist das kein Problem. Auf dem Weg zum Preikestolen leider schon. Wenn man dann wieder auf dem Weg zurückkommt, sollte man sich nicht wundern, wenn man “Human Shit” am Fuß hat. Das sorgte für einen herzhaften Lacher.
 
Jetzt dachten wir, das Schlimmste wäre vorbei, aber nicht am Preikestolen :D . Die Dichte an Stöckelschuhen war fast so hoch wie auf der Frankfurter Zeil. An manchen Stellen kam es einem so vor, als wäre da der Ausverkauf bei Douglas. Der absolute Wahnsinn!
 
Auf dem Rückweg durfte man dann noch den Leuten, die umgeknickt waren,  aushelfen und den Notarzt anrufen, oder taumelnden Menschen einen Schluck Wasser anbieten.
Fazit der Wanderung: Kauft euch einfach nur eine Postkarte und lasst diesen Teil von Norwegen einfach aus. Die Landschaft in der Hardangervidda ist tausendmal schöner ;)
 
Grüße, 
Martin